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Aktuelle Splits - Sartorius 1:4, Jungheinrich 1:3 [Update]

Am 13.6. wurde die Aktie der Sartorius AG (DE0007165631, im TecDAX) im Verhältnis 1:4 gesplittet, am 22.6. die Aktie der Jungheinrich AG (DE0006219934, im MDAX) im Verhältnis 1:3. Aktienassistent erläutert, was bei einem Split passiert, und welche Auswirkungen es auf die Levermann-Analyse hat.

Jungheinrich Split

Jungheinrich Split

Bei einem Aktiensplit handelt es sich meist um eine kosmetische Maßnahme. Manche Unternehmen wünschen sich, dass ihre Aktie weder "zu teuer" noch "zu billig" erscheint - wenn man allein auf den Preis schaut und nicht auf die Werte, die dahinter stehen. Bei einem Kurs von ungefähr 240 Euro hatte Sartorius anscheinend den Eindruck, dass es schön wäre, wenn man für deutlich unter 100 Euro eine Aktie des Unternehmens erwerben kann. Für Jungheinrich war dieser Punkt bei ungefähr 85 Euro erreicht - mit einem Einstiegskursziel von unter 30 Euro. Die folgenden Erläuterungen betrachten Sartorius, sind analog aber auch für Jungheinrich gültig. 

Also hat sich Sartorius entschieden, einen sogenannten Aktiensplit im Verhältnis 1:4 zu machen. Das bedeutet, dass jeder Aktionär für jede Aktie im Depot vier neue Aktien bekommt. Die depotführende Bank erledigt diese Umstellung ganz automatisch. Wenn es sich um einen einfachen Split handelt, bleibt auch die ISIN gleich.

Plötzlich haben Sie also statt beispielsweise 50 Aktien auf einmal 200 Aktien - aber der Gesamtanteil am Unternehmen, der Wert des Aktienpakets hat sich nicht geändert. Statt 50 Aktien je 240 Euro sind es eben dann 200 Aktien je 60 Euro.  

Soweit so gut - aber was hat das für Auswirkungen auf die Aktienanalyse? 

Zum einen wollen wir ja den aktuellen Kurs mit dem Kurs vor 6 Monaten bzw. vor einem Jahr vergleichen. Deshalb rechnen wir alle alten Kurse auch im Verhältnis 1:4 um. Das passiert übrigens auf den meisten Plattformen standardmäßig - aber es gibt auch manchmal (vorübergehende) Irritationen beim Blick auf Charts oder frühere Kurse. 

Etwas trickreicher ist die Frage nach den EPS-Zahlen. Die EPS-Zahlen und EPS-Schätzungen fließen ja an mehreren Stellen in das Levermann-System ein: beim aktuellen KGV, beim KGV über 5 Jahre, bei der Veränderung der EPS-Schätzungen, beim erwarteten Gewinnwachstum. Wir rechnen deshalb auch die EPS-Zahlen um. Im Beispiel: ein EPS-Wert von 8 bei der noch nicht gesplitteten Aktie - also ein Gewinn von 8 Euro pro Aktie - ist dann nach dem Split ein Gewinn von 2 Euro pro Aktie. Der Gewinn bezogen auf das Paket von oben (50 Aktien werden zu 200) bleibt gleich: insgesamt 400 Euro.

Jetzt könnte man fragen, warum sollte man die EPS-Zahlen aus der Vergangenheit umrechnen? Der gute Grund dafür ist, dass man dann die Zahlen miteinander vergleichen und miteinander kombinieren kann, ohne Split-bedingte Fehler zu machen.

Für die Berechnung des KGV über 5 Jahre, so wie Susan Levermann das vorgeschlagen hat, hat das folgende Konsequenz: Man muss die berichteten EPS-Zahlen (also die der letzten 3 Jahr) in der umgerechneten Version benutzen - bis der Split vergessen werden kann, also in 3 Jahren, wenn alle berichteten Zahlen aus Geschäftsberichten nach dem Split stammen. 

Unsere Datenlieferanten - Webseiten, die Sie ja auch selbst einsehen können - machen das nicht immer richtig. Deshalb bauen wir bei jedem Split auf das Unternehmen zugeschnittene Logik ein, die die Zahlen korrigiert, wenn Sie nicht richtig sind. Und in spätestens 3 Jahren können wir dann diese Logik wieder rausnehmen. 

Gut, dass Splits nicht allzu häufig vorkommen - weil sie uns schon deutlich Arbeit machen: insbesondere deshalb, weil nicht klar ist, ab wann die Zahlen der Lieferanten wieder stimmig zusammenpassen. 

Und hoffentlich denken Sie jetzt: Gut, dass ich den Aktienassistent habe. Da brauche ich mir solche Gedanken gar nicht machen, der Aktienassistent sorgt dafür, dass mir die Levermann-Analyse reibungslos über einen Split hinweg korrekt zur Verfügung steht. Und wenn dann doch mal eine Analyse wegen eines ungewöhnlichen börsentechnischen Ereignisses mit etwas Vorsicht zu genießen ist, dann bekomme ich zumindest in der Detail-Ansicht einen deutlichen Hinweis darauf - wie zur Zeit bei der Kapitalerhöhung der Vossloh AG. 

Eine Schlussbemerkung, der Vollständigkeit halber: Es gibt übrigens auch die andere Richtung - die Aktie ist dem Unternehmen zu billig, der Kurs soll kosmetisch höher sein. Das wird gerne als Reverse-Split bezeichnet: Ein Split im Verhältnis 4:1 ist also eigentlich gar kein Split, sondern eine Art "Merge". 4 Aktien zuvor werden dabei zu einer Aktie danach.