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Aktienanlage und das große Warum

  

Wer hierzulande bei uns an die Börse denkt, dem kommen zuallererst Risiko, Verluste und Kursrückgänge in den Sinn. Viele denken, dass Aktien ein viel zu großes Risiko mit sich bringen und nicht Teil einer vernünftigen Vermögensanlage sein sollten. 

Dies spiegelt sich auch in den Zahlen wieder. Lediglich 14% der Bundesbürger beteiligen sich am Aktienmarkt. Auch wenn der Negativtrend so langsam gebrochen wird und seit letztem Jahr wieder die Vorteile des Aktieninvestments in den Vordergrund rücken, so genießen Bankprodukte und Versicherungen oft noch immer ein deutlich größeres Vertrauen.

 Welche Möglichkeiten gibt es zur Anlage des Ersparten?

Geldanlagen (Sparbuch, Tagesgeld, Schatzbriefe,...)
Sachanlagen (Aktien, Aktienfonds, Immobilien, ...)
spekulative Sachanlagen (z.B. Gold, Rohstoffe)
spekulative Geldanlagen ( Derivate, Finanzprodukte)
sonstige Beteiligungen (Containerschiffe, Solarparks, Windparks, Palmölplantagen)

Bei der Auswahl stellen sich für jeden persönlich mehrere Fragen: Wie könnte sich der Wert entwickeln? Was sind Chancen und Risiken? Sind weitere Kriterien, wie Umwelt, Gesellschaft oder Fairness einbeziehbar?

Geldanlagen

Bei Geldanlagen ist relativ klar, dass es - gerade zur Zeit - relativ wenig Zinsen dafür gibt, sodass der Gesamtwert, wenn die Inflation einbezogen wird, mit Glück gleichbleibt oder leicht wächst, mit weniger Glück sogar sinkt.

Sachanlagen

Sachanlagen haben sozusagen einen eingebauten Inflationsschutz, denn der Wert von Sachen bleibt ja im Prinzip gleich, wenn alles teurer wird.

Allerdings kann sich der Wert auch mit dem Alter verändern: Autos sind z.B. auf einen Schlag weniger wert, wenn ich den ersten Kilometer im neuen Auto gefahren bin, und sinken dann, auch wegen der Abnutzung, immer weiter im Wert. Vielleicht steigt der Wert aber auch wieder, wie z.B. bei Oldtimern. Hier spielt also auch eine große Rolle, was "der Markt", also andere Menschen bzw. Organisationen, bereit sind, für meine Sachanlage zu bezahlen.

Deshalb ist bei Sachanlagen auch wichtig, ob ich die Sache einfach verkaufen kann oder nicht: bei Immobilien ist eine relativ große Summe an einen nicht teilbaren Gegenstand gebunden, d.h. es muss sich auch erstmal der richtige Käufer dafür finden - mit Geduld können dann manchmal sogar Liebhaberpreise erzielt werden. Der Wert von Immobilien hängt aber auch stark von Angebot und Nachfrage ab, die wiederum z.B. von der demographischen Entwicklung abhängen oder der Frage, welche Gegenden mehr oder weniger gefragt sind.

Aktien und Fonds

Beide sind relativ gut fast jederzeit veräußerbar. Aktien und Fonds sind als Sachanlagen in gewisser Weise inflationsgeschützt: Bei beiden hält man (direkt oder indirekt) Anteile an Firmen, deren Zweck das Geldverdienen ist, d.h. man partizipiert an den Gewinnen - z.B. in Form von Dividenden oder Kursanstiegen).

Bei beiden verändert sich der Wert laufend, und langfristig im Durchschnitt viel stärker zum positiven als z.B. bei Geldanlagen. Das liegt daran, dass mit dem zur Verfügung gestellten Geld / Kapital im Idealfall unterstützt wird, dass das passieren kann, was die Menschheit seit Jahrtausenden voranbringt: Es werden kreative Erfindungen gemacht, die das Leben erleichtern oder verbessern, und ohne die wir später nicht mehr auskommen wollen oder können. Sonst würden wir die Dinge ja nicht kaufen, ob das nun ein Mountain-Bike ist oder ein komfortables Auto, eine Waschmaschine oder ein Kühlschrank, ein Telefon mit Wählscheibe oder ein Smartphone.

Natürlich gibt es nicht nur gute Ideen in Firmen, sondern auch schlechte. Ideen, für die die Zeit noch nicht reif oder auch schon wieder vorbei ist. Es gibt auch schlechtes Management auf dem Weg von der Idee zum Produkt oder zur Herstellung des Produkts in großen Mengen. Deshalb können Firmen pleite gehen. Dagegen kann sich der Aktionär nicht im Einzelfall schützen. Er muss sich selbst schützen, indem er seine Investitionen auf verschiedenste Unternehmen verteilt. Dann kann er die berechtigte Hoffnung haben, dass die Rechnung im Durchschnitt und langfristig aufgeht.

Wie unterscheiden sich nun Aktien und Fonds?

Bei Aktien macht der Aktionär selbst die Auswahl, bei Fonds erledigt das ein Fondsmanager, dem der Anleger vertraut. Der Fondsmanager streut das Risiko, nicht anders als der Kleinaktionär, auf verschiedene Firmen. Dies hat zur Folge, dass man sich um einen Fond nicht viel kümmern muss, bei Aktien muss man schon ein Auge drauf haben, ob die Zusammenstellung zu verändern ist. Es macht also etwas Arbeit, eine Arbeit, die einem der Fondsmanager sehr gerne abnimmt: weil er/sie dafür fürstlich entlohnt wird! So ist es durchaus üblich, dass das Fondsmanagement vom investierten Kapital (also vom Vermögen, nicht vom Zugewinn!) jedes Jahr 1,75 % erhält - egal, ob es erfolgreich gehandelt hat oder nicht. Und 1,75 % ist mehr, als man zur Zeit an Zinsen von der Bank erhält... 

Eine kleine Beispielrechnung zeigt: Bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von angenommen 7,5 % und einer Mangement-Vergütung von 1,75 %  werden im Laufe von 20 Jahren aus 1000 Euro ohne Fondsmanager 4248 Euro, mit Fondsmanager nur 3059 Euro. 

 

Da müsste der Fondsmanager schon ziemlich genial sind, um seine eigenen Kosten wieder hereinzubringen - und die Erfahrung zeigt, dass das leider meistens eher nicht der Fall ist. 

Denken auch Sie, dass Aktienanleger Spekulanten seien?

Auch unter den Aktieninvestoren gibt es stets die Möglichkeit sich für eine Seite zu entscheiden. Keiner wird zum Spekulanten, nur weil er sich für Aktien als Geldanlage entscheidet.

Viel bedeutender ist es, sich die Aktie an sich, als Anlageform und Idee, anzusehen. Denn diese Geldanlagemöglichkeit muss keineswegs spekulativ sein.

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen, es macht den Käufer zum Teileigentümer. In dem Moment, in dem ich eine oder hundert Aktien kaufe, werde ich zum Teilinhaber eines Unternehmens – mit allen Rechten wie Pflichten. Der Aktienkauf bringt direkte Verantwortung für das Handeln des Unternehmens, „meines“ Unternehmens, mit sich. Wenn mein Unternehmen die Umwelt zerstört, Arbeiter in Sweatshops ausbeutet, oder durch Oligopole und Marktmacht die Konsumenten hintergeht – bin ich verantwortlich. Es ist ja meine Firma und mein Umsatz, meine Gewinne und mein Eigentum.

Und ich entscheide auch, wo ich mein Geld anlege, zum Beispiel wo "faire" (oder gar keine!...) Profite entstehen. Es liegt in meinem Ermessen und Entscheidungen, wie viel Kapital ich in welches Projekt stecke, ob ich es leichtsinnig, oder nach langer und gründlicher Überlegungen tue – für mich der Gewinn, oder für mich der Verlust. Beides kann ich nur mir anlasten – und der Geschäftsführung, die ich ja hätte kontrollieren können.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Aktien eine vernünftige Anlagemethode sind und keineswegs spekulativ. Vielmehr öffnen sich hier für Anleger neue Wege, Einfluss auf die Unternehmen zu nehmen, die das Angebot auf den Märkten kontrollieren. Somit ist es nicht nur nicht spekulativ, sondern auch vollkommen ethisch vertretbar und immer in den eigenen Händen eines jeden von uns, wo wir unser Geld anlegen und was wir damit beeinflussen wollen. 

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