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Ethische Fragen der Aktienanlage.

 

Aktienanlage ist vermutlich nicht nur finanziell, sondern auch ethisch dem Sparbuch überlegen - weil Sie selbst mehr Verantwortung übernehmen.

Wie kann das sein?

Bei der Aktienanlage entscheiden Sie, welche Produkte mit Ihrem Kapital hergestellt werden, welche Dienstleistungen mit Ihrem Kapital angeboten werden, welche Arbeitsbedingungen Sie finanzieren. Beim Sparbuch entscheidet ein Banker, an wen ein Kredit vergeben wird. Und dann kommt noch die positive Wirkung bezüglich gesellschaftlicher Umverteilung hinzu, die entstehen kann, wenn viele nicht nur sparen, sondern auch in Aktien anlegen.

 

 

 

 

 

 

Entscheidung für ein Unternehmen als Werteentscheidung / gesellschaftliche Richtungsentscheidung

In die Entscheidung, in welches Unternehmen Sie investieren, können Sie auch Ihre Werte einfließen lassen: Sie können sich für Aktien einer Ölgesellschaft entscheiden, die aus Umweltkatastrophen der Vergangenheit wirksame Konsequenzen gezogen hat. Sie können sich für einen Automobilhersteller entscheiden, der den Umstieg zu sauberer Energie mitgestaltet. Sie können sich für ein Textilunternehmen entscheiden, in dem keine Kinder von Subunternehmen ausgebeutet werden. Und Sie können sich für Unternehmen entscheiden, die wirksam gegen Korruption im eigenen Haus vorgehen.

Natürlich können Sie sich aber auch entscheiden, in Unternehmen zu investieren, die von sich sagen, dass sie ihren Aktionären gegenüber verpflichtet sind, ihre Steuerlast möglichst zu optimieren.

Wichtig ist, dass Sie sich - wenn Sie zusätzliche Kriterien zur Levermann-Punktzahl hinzunehmen, eine klare eigene Vorgabe machen, welche Branchen, welche Verhaltensweise sie eher fördern wollen oder eher nicht - also einmal die Arbeit leisten, die „Kaufkandidaten“ vorab einzuschränken. Dabei kann es durchaus eine Überlegung sein, auf Unternehmen zu setzen, die Werte vertreten, die sich - der eigenen Einschätzung nach - langfristig durchsetzen werden.

 

 

 

Durch Aktienanlage die Umverteilung von Vermögen von unten nach oben verlangsamen

Wird man als Aktionär zum Kapitalisten, gehört man als Aktionär zu den Bösen, den Gegenspielern derer, die hart in einem Unternehmen arbeiten?

Ja und Nein. Ja, man wird zum Kapitalisten. Und ja, letztlich findet eine Umverteilung des Reichtums von denen, die Arbeitsleistungen erbringen, zu denen, die das Kapital für das Unternehmen zur Verfügung stellen, statt. Aber:

Was wäre, wenn...

... alle Arbeiter und Angestellten zugleich Aktionäre wären? Dann würde eine Umverteilung von mir als Mitarbeiter zu mir als Miteigentümer stattfinden, und dagegen wäre nichts zu sagen. Ja, vielleicht ist das sogar der einzige Weg, zu einer gerechteren Verteilung des Reichtums in unserer Gesellschaft zu finden? Wenn alle das Werkzeug haben, selbst zu Aktionären zu werden. Wenn dann letztlich "das Volk" nicht nur die staatlichen Führungskräfte (Politiker) wählt, sondern auch die Führungskräfte in den Unternehmen (Vorstände, Aufsichtsräte). Dann ist der Kapitalist sicherlich nicht der Klassenfeind des Arbeiters, sondern eher ein Freund. Weil er sein Geld nicht unter der Matratze hortet und aus dem gesellschaftlichen Kreislauf abzieht, sondern damit ermöglicht, dass Unternehmen Arbeitsplätze schaffen können und produktiv werden. Und dass seine Mitbürger dadurch Beschäftigung finden können.

 

 

 

 

 

 

Ebenfalls gesellschaftlich argumentierend kommentiert Daniel Mohr online in der FAZ vom 28.4.16 wie folgt: 

Ein Nebeneffekt des stärkeren Aktiensparens (...) wäre (...) eine wirtschaftlich mündigere Bürgerschaft. Ein Aktionär ist Miteigentümer eines Unternehmens. Er kann direkt auf die Geschicke des Unternehmens Einfluss nehmen und dürfte daher auch mit mehr Interesse die Entwicklung von Unternehmen und Wirtschaft verfolgen.

Nun mag eine einzelne Aktie nicht viel ausrichten. Die Fondsgesellschaft Allianz Global Investors hat aber einmal ausgerechnet, wenn alle deutschen Erwerbstätigen von 1992 bis 2014 monatlich 50 Euro in Aktien gespart hätten, würden ihnen rein rechnerisch alle 30 Unternehmen im Dax komplett gehören. (...) [So aber] bestimmen über das Wohl und Wehe der börsennotierten Unternehmen hierzulande mehrheitlich ausländische Aktionäre. Sie ernten auch in Form von Dividenden und Kursgewinnen die Früchte der Arbeit in diesen Unternehmen.

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